Digitalisierung ist nicht mehr Chefsache

CEOs sind nicht mehr die Entscheider in Sachen Digitalisierung

Horváth & Partners, ein Managementberatungs-Unternehmen aus Stuttgart, hat in ihrer Studie „Digital Value 2018“ zur Digitalisierung verdeutlicht, dass die Hauptverantwortung für die Digitalisierung in Unternehmen nur noch zu ca. 8 % beim CEO oder Vorstand liegt. Vor 2016 sahen die Zahlen wohl noch anders aus. Danach entschieden viele Führungsebenen größerer Unternehmen die Verantwortung für digitale Produkte in die Hände funktionaler Führungskräfte zu legen. Dazu zählen

Der CIO (Chief-Information-Officer) und seine Aufgaben:

  • Überprüfung der bestehenden Hartware und Software zur Vermeidung von Komplikationen im Tagesablauf
  • Überprüfung der IT-Architektur – Erkennen von technischen Neuerungen und ihrem Potential für das Unternehmen und Einführung zum richtigen Zeitpunkt.
  • Verbesserung der Unternehmensabläufe im IT-Bereich

Der CDO – Chief-Digital-Officer (vorwiegend in Unternehmen > 500 Mitarbeiter) und seine Aufgaben …

Zitat und Quelle:

  • .. eine Bestandsaufnahme der Digitalisierung in einem Betrieb erstellen
  • … sich darauf aufbauend mit allen Bereichen und Abteilungen austauschen und mittels der gewonnenen Erkenntnisse eine umfassende digitale Strategie entwerfen
  • … die technischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für die digitale Transformation schaffen
  • … den Wandel beaufsichtigen, dabei auftauchende Probleme schnell lösen und das Projekt vorantreiben
  • … seine Arbeit als “Work in Progress” begreifen
  • … ständig neue Entwicklungen beobachten beziehungsweise selbst hervorbringen und bei Bedarf in das bestehende digitale System übernehmen

Doch trotz aller Bemühungen, Projekte durch funktionale Führungskräfte zum Laufen zu bekommen, so Horváth & Partners, sollen

Zitat und Quelle:

“die Unternehmen nicht dem Trugschluss unterliegen, es gehe bei der Digitalisierung nur noch um Umsetzung und Feintuning bereits geplanter Projekte. “In vielen Bereichen hat die Digitalisierung noch gar nicht richtig angefangen. Da braucht es neue Visionen, wie ein Unternehmen in der Zukunft erfolgreich sein kann”, sagt der Horváth-Experte”

So spitz und fokussiert Unternehmen sich in ihrem Produktbereich auch aufstellen, so unstrukturiert sind oftmals die internen Prozesse und Organisationen. Zur zielgerichteten Umsetzung der Digitalisierung in Unternehmen müssen die Prozesse kongruent aufeinander abgestimmt werden und zwar unter Einbeziehung nicht nur von IT-Experten, sondern auch unter Einbeziehung von Change-Managern, Datenschutzbeauftragten und Fachkräften für Arbeitssicherheit. Daneben ist das praktizierte Berichtswesen im Unternehmen ein wesentlicher Faktor, wie und ob Informationen zwischen wichtigen Funktionsträgern ausgetauscht werden, mit dem Ziel einer optimalen Projektumsetzung und Zielerreichung.

Bild: Mappes

 

 

 

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zum Thema Datenbrillen

Arbeitsgestaltung “Datenbrillen im Einsatz”

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Datenbrillen und ihrem Einsatz.
Das Interesse begründet sich in der Tatsache, dass sich das Arbeitsleben immer mehr digital gestaltet und durch die immer komplizierter werdenden Technologien und die ständig steigenden Datenmengen (big-data),  von den Beschäftigten ein stetig höherer Grad an Flexiblität abverlangt wird. Dabei wird es für die Beschäftigten zunehmend schwerer, die für die eigenen Aufgaben/Projekte relevanten Daten aus rießigen Datenfluten herauszufiltern. Abhilfe kann hier die sogenannte Datenbrille schaffen, da die Datenbrille die für bestimmte Arbeitsprozesse relevanten Informationen  dem Benutzer zur Verfügung stellt, indem diese zusätzlich in das Sichtfeld eingeblendet werden.
 2 Beispiele für Berufszweige bei denen Datenbrillen bereits zum Standard gehören:
  • Logistikbranche
  • Maintenance

3 Günde, die für die Nutzung von Datenbrillen sprechen:

  • Beide Arme stehen für die Arbeitsaufgaben weiterhin zur Verfügung
  • Beschäftigte können mit Hilfe der Datenbrille angelernt werden
  • Mit der Datenbrille bleiben die Beschäftigten mobil

 Was ist beim betrieblichen Einsatz zu beachten?

BAuA hat herausgefunden, dass vor dem Einsatz von Datenbrillen im Unternehmen eine Aufgaben-Technologie-Passung erfolgen muss.

Was bedeutet eine Aufgaben-Technologie-Passung?

Vor Einsatz muss eine ausgeprägte Analyse der Aufgaben erfolgen, damit eine passgenaue Technik dem Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden kann. Die Frage, die sich hierbei immer wieder stellt ist, in welchem Maße der Beschäftigte durch die Technik überhaupt unterstützt werden muss.

BAuA weißt ausdrücklich darauf hin, dass nur bei ausreichender Analyse und Passung die Technik eine hohe Akzeptanz durch den Beschäftigten erfährt.

 Eine unzureichende Analyse würde im Gegenzug zu einer negativer Auswirkung auf die Arbeitsleistung der Mitarbeiter und zu einer negativen Belastung durch evtl. visuelle Ermüdung der Mitarbeiter führen.

3 Kriterien, die für die Akzeptanz der Technik sehr bedeutend sind:

  • Gewichtsverteilung der Datenbrille,
  • Tragekomfort und Design,
  • Sichteinschränkungen

Neben der Wahl des richtigen Typus der Datenbrille:

  • See-Through
  • Non-See-Through
  • Look-Around-Technologie

und einer genauen Aufgaben-Technologie-Passung empfiehlt BAuA vor Einführung dieses neuen Arbeitsmittels eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen sowie den  Datenschutz der Beschäftigten zu berücksichtigen, damit die Persönlichkeitsrechte unangetastet und somit gewahrt bleiben.

 

Quelle: BAuA

Autorin: Susanne Mappes

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