Tourismus-Industrie 4.0 – warum nicht digital werden?

Wie bereits in meinem vorhergehenden Beitrag geschrieben, ist gerade die Tourismus-Industrie für den zukünftigen Einsatz von augmented Reality Lösungen prädestiniert. Städteplaner und Touristik-Büros sollten auf den Zug der Digitalisierung aufspringen und es nicht verpassen, die „eigene“ Stadt für Besucher attraktiver zu gestalten und zu präsentieren.

Einsatzmöglichkeiten von AR in der Tourismus-Industrie

  • Marketing – AR im Print-Medien Bereich

Langweilige Flyer, Broschüren, Reisekataloge ….. Die meisten papierbasierten Werbematerialien finden schnell den Weg in den Mülleimer.  AR-Lösungen bieten einen Mehrwert

Vorteile:

  1. Städte können sich mit AR lebendig und vielfältig präsentieren.
  2. Mit AR unterstütze Print-Medien wirken überzeugend auf den potenziellen Kunden,
  3. was in den meisten Fällen zu einer schnelleren Kaufentscheidung führt. Denn meistens hat der Kunde bereits gekauft, bevor er beraten wird.  Deshalb müssen Sie den Kunden nur noch abholen und bestärken.
  • Museum – den Besuch mit AR lebendig und aktiv gestalten

AR ist die Schnittstelle zwischen aktivem Erleben und Bildung. Durch den Einsatz dieser Technologie werden nicht nur Kunstliebhaber, sondern auch technikaffine Menschen ins Museum gezogen, um dort Kunst lebendig und aktiv zu erleben. Durch das Verflechten von auditiven, visuellen und kinästhetischen Reizen wird das Gehirn zu kognitiven Prozessen angeregt, was zu einer erhöhten Merkfähigkeit und einem besseren Lernprozess während des Museumsbesuches führt.

Vorteile:

  1. Anlocken von Kunstliebhabern und technikaffinen Menschen wie auch von Familien mit Kindern. AR im Museum spricht einen größeren Interessenskreis an!
  2. Höhere Besucherzahl
  3. Spielerisches Kennenlernen (das Hauptaugenmerk liegt auf dem Wort „-lernen“) von unterschiedlichen Sozialisationen und Kulturen
  • Stadtbesichtigung mittels AR-Outdoor-Spiel

Forscher des Instituts für Angewandte Informationstechnologie (Sankt Augustin, Deutschland) haben im Jahr 2o1o testweise ein Spiel entwickelt, dass es Besuchern der Stadt Köln ermöglichen sollte, die Stadt mittels Sprünge durch Zeitportale zu erkunden, um auf diese Weise mehr über die Historie der Stadt zu erfahren. TimeWarp sollte es dem Besucher ermöglichen mit der Stadt zu interagieren.

Frage:

Warum gibt es ein solches Projekt nicht mehr, obwohl Pokémon GO ein solcher Hype war, der unzählige Menschen zur Bewegung mobilisierte und wahrscheinlich nur an der Tatsache, dass man sich alleine auf die Suche machen musste, scheiterte.

Vorteile:

  1. Die Historie einer Stadt kann mit AR spielend kennen gelernt werden
  2. Menschen werden zur Bewegung im Freien motiviert, weil Sie Spaß haben
  • Re-Living

Mittels Smartphone und einer speziellen App können historische Bauwerke rekonstruiert werden. Auf diese Weise bekommt z.B. der Besucher einer alten Burg eine Ahnung davon, wie das Gebäude vor hundert Jahren ausgesehen haben könnte. Das heißt, der Besucher sieht über sein Smartphone die Burgruine mit multimedialen Ergänzungen.  Das alte Bauwerk wird dabei wieder zum Leben erweckt und einem Erscheinen von Hui Buh steht damit nichts mehr im Wege. Sicher ein ungeteilter Spaß nicht nur für die Kleinen unter uns!

Vorteile:

  1. Die Burg wird geliebtes Ziel für Familienausflüge
  2. Höhere Besucherzahl
  • Navigationshilfe

Egal, ob Sie als Fußgänger oder Autofahrer in einer Stadt unterwegs sind. Mit Hilfe von AR können Ihnen virtuelle Wege durch Richtungspfeile auf dem Display Ihres Smartphones angezeigt werden, so dass Sie sicher und direkt an Ihrem Point of Interest ohne den Faktor Stress ankommen.

  • Städteplanung

Virtuelle geplante 3D-Modelle können mit Hilfe von AR in die tatsächliche Umgebung integriert werden. Dabei geht es um die Frage, ob die in Projekt-Planung befindlichen architektonischen Bauwerke sich ästhetisch in das vorhandene Stadtbild integrieren. Mit AR ist es möglich die direkte Zusammenarbeit mit den Bürgern zu gestalten, um sicherzustellen, dass die öffentlichen Anliegen und Erwartungen konsequent verstanden und berücksichtigt werden können.

Vorteile:

  1. Bürgernähe durch besseres Projektverständnis
  2. Wahrung der Stadtbildes

Tourismus 4.0 kann noch wesentlich mehr bieten. Ich bin mir sicher, dass viele Ideen der Software-Entwickler noch in der Pipeline liegen. Nicht nur KMU, sondern auch Stadtentwickler, Tourismus-verbände und Verwaltungen sollten der Digitalisierung positiv entgegensehen. Augmented Reality macht Spaß und sorgt für ein Mehr an Umsatz in der Kommune.

Autorin: Susanne Mappes

Bildquelle: © zapp2photo /Fotolia.com

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar